In einem vom Landgericht Osnabrück (Urteil vom 20.04.2012, Az: 9 O 762/10) entschiedenen Fall wollte die dortige Klägerin die Wohngebäudeversicherung wegen eines Wasserschadens in Anspruch nehmen. Die Versicherung umfasste u. a. Leitungsschäden aus Zu- und Ableitungsrohren. Infolge des Bruchs einer Überrohrmutter rutschte in der Wohnung der Klägerin der Wasserschlauch ihrer ausgeschalteten Waschmaschine vom Wasseranschluss ab. Das Wasser lief aus der Anschlussleitung in die Wohnung der Klägerin, die sich zu diesem Zeitpunkt für einen etwa einstündigen Friseurbesuch außer Haus befand. Es befand sich auch keine andere Person in der Wohnung. Die Klägerin hatte den Wasserhahn der Waschmaschine nicht zugedreht. Das Landgericht Osnabrück nahm zwar einen Versicherungsfall im Sinne der Versicherungsbedingungen an, nahm jedoch eine Kürzung der Leistungen der beklagten Versicherung um 70 % vor. Die Klägerin habe im Hinblick auf die Herbeiführung des Versicherungsfalls grob fahrlässig gehandelt, da sie die Wohnung verlassen hatte, ohne den Wasserzufluss abzustellen. Auch war vorliegend keine weitere Schutzvorrichtung (Aquastopp) gegeben. Die Klägerin hat nach Ansicht des Gerichts allgemeingültige Sicherheitsregeln außer Acht gelassen, als sie die Wohnung für einen ca. einstündigen Termin verließ, ohne das Wasser abzudrehen. Als besonders schwerwiegend sah es das Landgericht an, dass der Hahn der Maschine unabhängig von deren Betrieb geöffnet war.

Mitgeteilt von: Frau RA Anja Michel