Rechtsanwältin Dr. Gebhardt setzt Teilzeitanspruch durch

Frau Rechtsanwältin Dr. Gebhardt hat am 28.09.2011 ein Urteil vor dem Landesarbeitsgericht des Saarlandes erstritten, in dem dem Teilzeitverlangen einer Arbeitnehmerin stattgegeben worden ist (Az: 2 Sa 44/11).

Die Klägerin hatte die Herabsetzung ihrer Arbeitszeit gem. § 8 TzBfG von 38 Std.pro Woche auf 19 Wochenstunden, hilfsweise auf 30 Wochenstunden beantragt.

Die Arbeitgeberin hatte dies unter Hinweis auf ein bestehendes betriebliches Organisationskonzept abgelehnt. 

Bereits in erster Instanz hatte die Arbeitnehmerin mit ihrem Teilzeitbegehren obsiegt. Dieses Urteil wurde nun in zweiter Instanz von dem Landesarbeitsgericht Saarbrücken bestätigt. Die Arbeitnehmerin konnte die Argumentation der Arbeitgeberin, die Teilzeitbeschäftigung widerspreche dem betrieblichen Organisationskonzept im Arbeitgeberbetrieb, erschüttern. Insbesondere hat das Landesarbeitsgericht ausgeführt, dass wirtschaftliche Ergebnisoptimierung nicht als Arbeitsorganisationskonzept des Arbeitgebers  gelten kann, das dem Teilzeitverlangen des Arbeitnehmers entgegensteht. Ansonsten würde der gesetzlich verankerte Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung nach § 8 TzBfG unterlaufen. Zudem folgt das Gericht der Argumentation der Arbeitnehmerin, dass die Arbeitgeberin nicht hinreichend deutlich gemacht habe, dass es ihr nicht möglich sei, durch zumutbare Änderungen von betrieblichen Abläufen bzw. des Personaleinsatzes die Aufteilung der Position der Arbeitnehmerin in mehrere Stellen möglich zu machen. Schließlich war die Kammer der Ansicht, daß es keinesfalls zwingend ist, dass die auf der Stelle zu leistende Arbeit nur von einem Arbeitnehmer in der Person der Klägerin permanent durchgeführt werden kann.