Masernfall: Oberlandesgericht Stuttgart erklärt Sachverständigen für nicht befangen

In dem als „Masernfall“ bekannt gewordenen Fall, in dem der Arzt David Bardens den Biologen Dr. Stefan Lanka wegen der von diesem ausgelobten 100.000,00 € für den, der die Existenz des Masern-Virus nachweist verklagt hat, hat das Oberlandesgericht Stuttgart nach Auskunft der Prozessbevollmächtigten des Klägers, Rechtsanwältin Dr. Caroline Gebhardt, Homburg/Saar den Antrag des Dr. Lanka auf Ablehnung des vom Landgericht Ravensburg bestellten Sachverständigen Prof. Dr. med. Dr. rar. nat. Andreas Podbielski zurückgewiesen.
Der Beklagte hat den Sachverständigen, der klären soll, ob die von dem Kläger Bardens vorgelegten Publikationen die Existenz des Virus beweisen, deshalb für befangen gehalten, weil dieser ein „Hygienemerkblatt Masern“ herausgegeben hat.
Diesen Antrag lehnte nach dem Landgericht Ravensburg nunmehr auch das Oberlandesgericht Stuttgart ab. Auch nach dessen Ansicht habe der Sachverständige in dem Merkblatt lediglich Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes und des Robert-Koch-Instituts einfließen lassen; bei vernünftiger Betrachtung habe dies keine Bedeutung auf seine Unvoreingenommenheit.
Der Sachverständige wird daher nun das prozessentscheidende Gutachten erstellen.